Honig im Hundekopf - mein Leben mit einem an Demenz erkrankten Hund

 

„Wie? Ein Hund kann auch an Demenz erkranken?“ ist ein Satz, den ich in letzter Zeit immer häufiger höre. Nicht nur Menschen können an Demenz erkranken, auch unsere Hunde und auch andere Tiere bleiben davor nicht verschont. Doch wie erkenne ich, dass mein Hund an Demenz erkrankt ist?

Besonders im Anfangsstadium, in welchem Symptome nur einzeln oder vereinzelt auftreten, ist es wichtig die vorhandenen Symptome einer evtl. auftretenden Demenz von anderen Erkrankungen abzugrenzen und zur Abklärung einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt zu konsultieren. Nur so kann gezielt auf das Thema Demenz eingegangen werden.

Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass es sich oftmals um einen schleichenden Prozess handelt. Häufig sind einzelne Symptome nicht dauerhaft vorhanden, so dass man gar nicht an Demenz denkt. Aber nach und nach fügt sich das Puzzle zusammen – die am Anfang selten auftretenden Anzeichen zeigen sich immer häufiger und weitere Anhaltspunkte kommen hinzu.

So (er)lebe ich es mit meiner 14,5 Jahre alten Jack Russell Dame jeden Tag. Die anfängliche Desorientiertheit zeigt sich mittlerweile häufig. Es kann passieren, dass sie sich unter einem Stuhl verläuft, hinter dem Sofa „feststeckt“ oder einfach nur die Wand anstarrt. Manchmal findet sie ihren Wassernapf nicht oder steht einfach nur davor, obwohl sie durstig ist. Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist gestört. Die bewusste Aktivität nimmt ab – gespielt wird nur noch selten.

Bevor ich  mit meiner Jacky überhaupt dieses Thema angehen konnte, musste ich erstmal akzeptieren, dass meine Hündin älter wird und die Zeit mit ihr begrenzt ist. Es hat etwas gedauert, aber wenn die Akzeptanz für dieses Erkrankung da ist, dann ist der erste Schritt getan.

Das Leben für meine Hündin weiterhin lebenswert zu gestalten ist nun meine tägliche Aufgabe, die nicht immer leicht ist, aber auch sehr viel Freude bereitet. Zu einem lebenswerten Leben eines an Demenz erkrankten Hundes gehört z.B. ein Wohnbereich der möglichst frei von „Schikanen“  ist. Treppen sind durch Gitter abgesichert, der Weg hinter die Couch ist versperrt, Kabel und andere Fallstricke sind beseitigt. An Tagen an denen sie nicht zum Wassernapf findet, findet der Wassernapf den Weg zu ihr, gespielt wird nur noch wenn sie spielen möchte und Spaziergänge finden ausschließlich an der Leine statt. Wenn die Nacht von ihr zum Tag gemacht wird, bin ich bei ihr, nehme sie in meinen Arm und versuche sie zu beruhigen, bis sie wieder in ihrem Körbchen angekommen ist. Geduld ist gefragt – Geduld, die man gerne aufbringt, gepaart mit ganz viel Liebe…

Ein weiterer Punkt ist die gesundheitliche Unterstützung von Jacky durch die Möglichkeiten der alternativen Medizin. Ich kann den Prozess der Demenz zwar nicht aufhalten, aber erträglicher gestalten und evtl. sogar etwas verlangsamen. Hierbei ist es wichtig, dass eine Therapie gezielt auf den Hund und die entsprechenden Symptome abgestimmt wird.

Demenz betrifft sowohl Mensch als auch Tier – Akzeptanz, Leben, Liebe und Geduld sind die wichtigsten Säulen um aus dieser Erkrankung das Beste zu machen.

 

Liebe Grüße

 

Eure Jana